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Jetzt erst recht! - Ausstieg sofort - Castor stoppen

Das Jahr 2000 brachte uns die "Lüge vom Atomausstieg" und die "Zunahme des Restrisikos" - kein Grund für uns zu resignieren!

Am frühen Morgen des 15. Juni 2000 war es soweit: Bundeskanzler Gerhard Schröder - flankiert von den Chefs von RWE und VEBA - trat vor die Presse und verkündete den "historischen" Beschluss: Den Ausstieg der Bundesrepublik Deutschland aus der Atomkraft.

Endlich - im Jahr 2000 - hatten wir Atomkraftgegner und -gegnerinnen es geschafft. Die umweltzerstörende, menschenverachtende und den Rechtsstaat gefährdende Art der Stromerzeugung gehörte der Vergangenheit an. Doch halt, weit gefehlt. Nichts, aber auch gar nichts an dieser 13-seitigen Vereinbarung mit ihren fünf Anlagen verdiente den Namen Atomausstieg. Das Gegenteil war der Fall: Alle Atomanlagen können fröhlich und ungestört weiterbetrieben werden bis zu ihrem natürlichen Ende mit Laufzeiten von mehr als 35 Jahren. Kein Stopp der schmutzigen Wiederaufarbeitung, kein Transportstopp für das Hin- und Hergeschiebe von Atommüll, ein Einfrieren der Sicherheitsstandards der AKWs auf heutigem Niveau. Zufrieden rieben sich die Atomstromer die Hände, hatten sie es doch geschafft, die rot-grüne Bundesregierung über den Tisch zu ziehen.

Ja, werden nun manche sagen, dafür wurde Ende 2000 doch aber der Katastrophen-Reaktor von Tschernobyl abgeschaltet. Richtig, aber um welchen Preis: Milliarden aus der EU-Kasse wurden dafür der Ukraine zugeschoben um zwei neue Atomkraftwerke fertigzubauen - Khmelnitzky 2 und Rivne 4.

Doch Gefahr droht uns nicht nur aus der Ukraine: Das südböhmische Atomkraftwerk Temelin, 180 km von Amberg entfernt, hat im Oktober den Probebetrieb aufgenommen. Zehn Störfälle gab es seitdem in dem Meiler aus russischer und amerikanischer Technologie - und der zweite Block steht kurz vor der Vollendung. Haben wir wirklich jahrelang Freizeit, Gesundheit, Geld geopfert, um die WAA in Wackersdorf zu verhindern, damit wir uns jetzt eine riesige hochgefährliche Atomfabrik vor die Haustür setzen lassen?

Nein, überwinden wir jetzt unsere Apathie - zu tun gibt es, wie eben beschrieben, eine Menge. Und dann hat die Bundesregierung auch neuen Castor-Transporten zugestimmt. Anfang März wird der erste innerdeutsche Atommüll-Transport ins Zwischenlager nach Ahaus auf den Weg gebracht und für den 26./27. März erwarten wir einen weiteren Castor-Sixpack von La Hague nach Gorleben. Erinnern wir uns an unseren gemeinsamen Slogan aus Wackersdorf-Zeiten: "Nicht betteln, nicht bitten, nur mutig gestritten. Es kämpft sich nicht schlecht für Heimat und Recht." In diesem Sinne im Namen der gesamten Vorstandschaft ein gutes, glückliches neues Jahr.

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