Grundsatzpapier der CHRISTLICHEN
DEMOKRATEN GEGEN ATOMKRAFT (CDAK) .
von CDAK, 2005-06-03
Aus christlicher Verantwortung: Die nukleare Geisterfahrt beenden!
Der Betrieb von Atomkraftwerken ist volkswirtschaftliche Idiotie. Ihr
Weiterbetrieb bedeutet mit unseren Lebens- und Zukunfts-Chancen russisches
Roulett spielen.
Die körperliche Unversehrtheit von Menschen (Artikel 2 Grundgesetz)
darf nicht weiter auf dem Altar der Profitinteressen einer verschwindend
kleinen Minderheit von Betreibern nuklearer Anlagen geopfert werden. Bei der
Berechnung von Atomstrom fehlt ein entscheidender Kostenblock. Dies resultiert
nach Aussage der Regierung von Dr. Helmut Kohl 1998 im Deutschen Bundestag aus
einer Studie der renommierten Baseler PROGNOS AG für das
Bundeswirtschaftsministerium (BMWi), aus der hervorgeht, daß bei Berücksichtigung
aller Folgekosten die errechneten Versicherungskosten pro Kilowattstunde
Atomstrom reell bis zu 4, - DM betragen. Die auf Kosten der Steuerzahler
erstellte Grundsatzstudie hat den Titel "Identifizierung und
Internalisierung der externen Kosten der Energieversorgung". Damit ist die
Kilowattstunde Atomstrom um 2000% teurer als Windenergie und die Mehrzahl aller
deutschen Atombetriebe extrem unterversichert.
Die bisherigen Deckungssummen für die Haftpflichtversicherung von
atomaren Anlagen sind durch die vom Gesetzgeber verfügte Obergrenze völlig
unzureichend und liegen noch weit unter den erforderlichen Versicherungsprämien.
Nur für die umfassende jährliche Risikoversicherung wären mehr
als 500 Milliarden Mark auf die Stromrechnung draufzuzahlen. Damit erledigt
sich das Thema Atomstrom durch das tägliche Risiko des Totalschadens der
deutschen Volkswirtschaft eigentlich von selbst.
Zwischen Gefährdungspotential und tatsächlichem
Versicherungsschutz bestehen himmelschreiende Mißverhältnisse.
Derzeit deckt der Versicherungsumfang nur 0,01 % der möglichen
Schadenssumme von über 10 Billionen DM ab. So kommt es, daß an
nuklearen Standorten die Autos der Belegschaft draußen auf dem Parkplatz
besser versichert sind, als die gesamte atomare Anlage!
Gerade im vereinten Deutschland heißt die wichtigste Energiequelle
Energiesparen. Das funktioniert auch ohne Komfortverlust und bringt bei weniger
Schadstoffausstoß sogar mehr Lebensqualität, das heißt echten
Gewinn! Die Christlichen Demokraten gegen Atomkraft (CDAK) wurden nach der
Reaktorkatastrophe von Tschernobyl gegründet. Sitz der Organisation ist
Mainz. Zu ihnen gehören Abgeordnete und ehemalige Minister, Lehrer und
Journalisten sowie hauptamtliche Mitarbeiter aus dem Bereich von Gewerkschaft,
Politik und Kirche. Ebenso sind Naturwissenschaftler und Landwirte, Rechtsanwälte
und Richter, ja sogar Kriminalbeamte vertreten. Sie haben sich unter dem Motto
"Unsere Kinder sollen lachen und nicht strahlen" zusammengefunden und
sind allesamt in CDU, CSU und deren Vereinigungen organisiert. Der
CDAK-Vorstand unterhält ausgesprochen freundschaftliche Kontakte zu den in
Gegnerschaft zur Atomenergie stehenden christdemokratischen Volksparteien als
Schwesterparteien der Union im deutschsprachigen Ausland.
Angesichts ihres Gefährdungspotentials und der aus naturgesetzlich
zwingenden Gründen unlösbaren Entsorgung ist die weitere Nutzung von
Atomenergie nicht mehr vertretbar. Wir sind überzeugte Anhänger und
Vertreter der bei Gründung von CDU und CSU geltenden Grundsätze.
Deshalb rufen wir die Menschen auf, ihre sich jetzt bietende Chance zu nutzen
und durch Engagement auf die Politik der Union einzuwirken. Die unter
SPD-Kanzler Helmut Schmidt betriebene Politik des nuklearen Größenwahns
durch Unionspolitiker weiter fortzusetzen wäre eine schwerwiegende
Fehlentscheidung. Alle Aufsichtsratsmandate und Nebentätigkeiten von
Politikern in der Nuklearindustrie sind deshalb offenzulegen. Wer jetzt
trotzdem noch Atomkraftwerke haben will, soll dies bitte offen und ehrlich mit
den ökonomischen Interessen der Atomindustrie begründen, aber nicht
mit moralischen Ansprüchen. Atomenergie ist eindeutig a) nicht sozialverträglich
b) auch nicht umweltverträglich und c) schon gar nicht nachweltverträglich.
Die Union wird ihrem Anspruch, Politik auf der Grundlage des christlichen
Menschenbildes zu machen, nur dann gerecht, wenn sie umgehend den Ausstieg aus
der atomaren Sackgasse ermöglicht. Deshalb befürworten wir den raschen
Ausbau der Nutzung regenerativer Energieträger und eine dezentrale
Energieversorgung in kommunaler Verantwortung. Hierfür bieten sich
insbesondere Blockheizkraftwerke an, da diese mittlerweile einen Wirkungsgrad
von bis zu 95% erreichen. Weiterhin müssen die Potentiale der
Energieeinsparung genutzt werden. Mittelständischen Unternehmen, die sich
auf Energiespartechnologien spezialisieren, bieten sich dabei enorme Chancen.
Auch die neuen Bundesländer sind wegen ihrer geographischen Lage idealer
Standort für eine moderne und zukunftsträchtige Energiepolitik. Sie können
eine wichtige Pilotfunktion bei der Umgestaltung des desolaten Energiemarktes
in Osteuropa übernehmen, weil dort die erzielbaren Einspargewinne am größten
sind. Bei dieser Konzeption ergeben sich mindestens zweihundertmal soviel
Arbeitsplätze als die marode Atomwirtschaft je bieten kann. Schon jetzt
brachte die Installation von Windenergie nur an der deutschen Nordseeküste
soviel Arbeitsplätze wie bei allen am Netz befindlichen deutschen
Atomkraftwerken zusammen Personen fest angestellt sind. Diese Arbeitsplätze
dürfen, auch im Interesse eines raschen Aufschwungs den Menschen nicht länger
vorenthalten werden.
BUNDESVERBAND CHRISTLICHE DEMOKRATEN GEGEN ATOMKRAFT (CDAK)
CDU/CSU - Mitglieder für die Überwindung der Kernenergie
Bundesgeschäftsstelle Postanschrift: Postfach 42 17 13 D
- 55072 Mainz Tel.: 0171-1049920
http://www.castor.de/diskus/gruppen/cdak.html
bearbeitet by uwe, 2005-06-03
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