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DIHK fordert Verzicht auf Atomausstieg

per email, 2007-06-06

Berlin/Heiligendamm (ddp). Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat die Bundesregierung anlässlich des Starts des Weltwirtschaftsgipfels in Heiligendamm zum Verzicht auf den geplanten Atomausstieg aufgefordert. DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun sagte der Nachrichtenagentur ddp, zu einem "ausgewogenen Energiemix" müsse auch die Kernenergie gehören.

Die vorgesehene Verkürzung der Laufzeiten der Atomkraftwerke sei "nicht nur aus Gründen der Energieversorgungssicherheit verfehlt, sondern auch unter dem Aspekt des Klimaschutzes". Die Bundesregierung sollte daher ihren Ausstiegs-Kurs überdenken.

Braun verwies darauf, dass die Klimapolitik weltweit einen neuen Stellenwert erhalten habe. Auf dem G8-Gipfel müsse klargestellt werden, "dass die Weltgemeinschaft die klimapolitischen Herausforderungen nur gemeinsam meistern kann". Dieses grundsätzliche Einverständnis sollte nach den Worten des DIHK-Präsidenten "den Fortgang der kommenden Klimaschutzkonferenzen erleichtern".

Braun betonte, die Gespräche über zukünftige Klimaschutzmaßnahmen müssten trotz abweichender Positionen zwischen der Europäischen Union (EU) und den USA sowie den Schwellenländern fortgesetzt werden. Hierfür solle sich die Bundesregierung in Heiligendamm einsetzen. Der DIHK-Präsident fügte hinzu: "Ein erster konkreter Ansatz wären Rahmenvereinbarungen über ein künftiges weltweites Energieeffizienzabkommen. Eine deutliche Steigerung der Energieeffizienz könnte erheblich zur Treibhausgasreduktion beitragen."

Braun mahnte zugleich, einseitige Belastungen Deutschlands bei der Umsetzung der Beschlüsse des EU-Gipfels vom März dieses Jahres müssten vermieden werden: "Für die 20-Prozent-Treibhausgasreduktion der EU bis 2020 gegenüber 1990 müssen nun die kostengünstigsten Potenziale in der gesamten EU identifiziert und konsequent genutzt werden."

Der DIHK-Präsident fügte hinzu, weltweite Treibhausgasverringerungen in großem Umfang benötigten moderne Energietechnologien. Hier sei Deutschland in vielen Bereichen Marktführer. Braun betonte: "Insofern käme ein weltweit abgestimmtes Vorgehen - etwa über ein Energieeffizienzabkommen - natürlich auch deutschen Technologieanbietern entgegen."

bearbeitet by bi, 2007-06-06

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