Seite 1


HINAUSSCHLEICHEN AUS DER ATOMKRAFT - OHNE UNS

Wohl kaum einer glaubte, daß nach dem Aus für die CDU/CSU/FDP-Regierung bei der letzten Wahl auch sofort das Aus für die Atomkraft kommen würde. Zu viele Jahre wurden zwischen dieser Regierung und der Atomlobby gewallmannt, getöpfert und gemerkelt.

Wir hatten schon ein Glas auf die Wahl der eigentlichen Atomkraftgegner Schröder, Fischer, Lafontaine und Trittin am Wahlabend geleert: waren wir unserem Ziel, den sofortigen Ausstieg aus der menschenverachtenden, umweltzerstörenden und den Rechtsstaat gefährdenden Art der Stromerzeugung einzuläuten, doch ein entscheidendes Stück näher gekommen.

Trotz Bauchschmerzen und Warnzeichen, die während des Wahlkampfes hell geleuchtet hatten, planten schon einige von uns, was sie wohl jetzt mit ihrer neuen Freizeit machen würden und wie sie den Atomkraft-Nein Danke Aufkleber am einfachsten von ihrem Auto kratzen könnten. Doch schneller als erwartet kam die Ernüchterung in Form des rot-grünen Koalitionsbeschlusses.

Kein verbindlicher Zeitpunkt für das Abschalten der Atomkraftwerke. Kein sofortiges Aus für die Wiederaufarbeitung trotz aller bekannten Verseuchungen um La Hague und Sellafield. Konsensgespräche mit der Atommafia sollen zu einer Lösung und Einigung führen, heißt es so schön (wobei die Lobby der Atomkraftwerksbetreiber schon gleich mit ihren Milliardenforderungen Nägel einschlug). Aber was uns den Sekt vom Wahlabend noch viel deutlicher zum Aufstoßen gebracht hat, ist die rot-grüne Forderung nach atomaren Neubauten in bisher unbekanntem Ausmaß: an jedem Atomkraftwerksstandort sollen neue Zwischenlager gebaut werden. Anstatt Atomanlagen abzuschalten, sollen neue genehmigt und befürwortet werden! 10, 12 oder gar 15 atomare Zwischen(End)lager sollen sicherstellen, daß RWE, Bayernwerk, PreußenElektra und die anderen ja keine Mark Einbuße erleiden.

Ja, so hatten wir uns den rot-grünen Atomausstieg nicht vorgestellt. Aber auch die rot-grünen Herren haben die Rechnung ohne uns gemacht. Ob ein Krebsfall, eine Leukämieerkrankung oder ein Super-Gau rot-grüne oder schwarz-gelbe radioaktive Teilchen trägt, ist uns egal. Wir wollen diese Art der Stromerzeugung nicht - und wir wissen warum: Die Heimlichtuerei um die Panne im AKW Gundremmingen oder die Plutoniumfunde im Hausstaub um das AKW Krümmel sagen uns nur eins:

AUSSTIEG SOFORT!

Und eines können wir auch einem Herrn Trittin versichern: Der „Druck der Straße" wird nicht nachlassen, nur weil ein grüner Umweltminister mit roter Duldung jetzt das Sagen hat. Wir werden Euch gegenüber der Atomlobby helfen, auch Eure Interessen und Ziele endlich zu erreichen:

ATOMAUSSTIEG JETZT!


Zur Seite 2

© Amberger BI (U.Wenisch) 1998