Die Wurzeln der Freiburger
Intersolar-Messe liegen im Wyhler Wald
Pressemitteilung BUND RV Südl.
Oberrhein, 2007-06-18
Wenn am kommenden Donnerstag in Freiburg die letzte Intersolar
beginnt, dann ist das ein Grund für den BUND, an die Wurzeln dieser Messe
zu erinnern, für die jetzt der Messestandort Freiburg zu klein geworden ist
und die im nächsten Jahr in München stattfinden wird.
Nach dem Wachstum der letzten Jahre verzeichnet die Intersolar
in diesem Jahr erneut Wachstumsrekorde. Die Zahl der Aussteller steigt im
Vergleich zum Vorjahr von 454 auf 638 und die Ausstellungsfläche wurde von
26.000 m² auf über 34.000 m² erhöht. 2006 betrug der Anteil
internationaler Aussteller 30%. In diesem Jahr reisen bereits 37% der Aussteller
aus über 30 Ländern zur Intersolar nach Freiburg.
Doch blicken wir 31 Jahre zurück: Im Sommer 1976
veranstalteten einige Aktive des damals frisch gegründeten Bund für
Umwelt und Naturschutz die weltweit erste und größte Ausstellung zu
alternativen Energien in Sasbach am Kaiserstuhl. Der Widerstand gegen das im
Nachbardorf Wyhl geplante AKW, das berühmte "Nai hämmer gsaid"
war den Aktiven des BUND und der BI´s nicht genug, es galt auch,
Alternativen zur Atomenergie aufzuzeigen und neben das Nein zur Atomenergie das
Ja zu den alternativen Energien zu stellen.
Gemessen an der Intersolar 2007 war es eine kleine, ja
geradezu winzige Ausstellung alternativer Energien. Aber gerade dieser Vergleich
zeigt den unglaublichen Erfolg der damaligen Idee und der umgesetzten Vision.
Ich selbst, damals ein noch sehr junger Umweltschützer,
erinnere mich an Holzbottiche der Winzergenossenschaft, in denen Wasser solar
erwärmt wurde, an die erste von mir bewusst wahrgenommene
Photovoltaikanlage, an Hohlspiegel, Windradmodelle, an erste Infos und Vorträge
zu damals "exotischen Themen" wie Energieeinsparung, Endlichkeit der
Rohstoffe, Klimaschutz und Wärmedämmung.
Das ganze Dorf Sasbach war mit allen Vereinen an der
Ausgestaltung der ersten "Sonnentage" aktiv beteiligt. Die
Winzergenossenschaft stellte das Gelände für die Ausstellung und
gleich daneben war der Festplatz, den uns der Musikverein überließ.
Auch die alternative Volkshochschule Wyhler Wald war mit dabei.
Unter den hohen Laubbäumen des Festplatzes war das Ganze ein großes
Volksfest mit Meerschweinchenrennen, Flohmarkt, Wein- und Bierausschank. Über
12 000 BesucherInnen kamen 1976 zu diesen ersten "Sonnentagen" nach
Sasbach.
Es war tatsächlich eine kleine, weltgrößte
Ausstellung und es ist unglaublich und faszinierend was sich in 31 Jahren aus
diesen "Sonnentagen" entwickelt hat. Da gab es die großen Ökomessen
des BUND, aus denen sich auch die Intersolar entwickelt hat, für die jetzt
sogar das Freiburger Messegelände zu klein geworden ist. Zwischenzeitlich
haben Umweltprodukte und Umweltideen längst die kleinen Nischen verlassen.
Solaranlagen, Windräder, Ökoprodukte und Umwelttechnik, die vor 30
Jahren in Sasbach noch bestaunte Sensationen waren, gibt es heute häufig im
Baumarkt um die Ecke.
Im Wyhler Wald steht ein Gedenkstein, der an den Erfolg der
AKW- GegnerInnen erinnert. Millionen von Solaranlagen auf den Dächern
(nicht nur in der Region) erinnern an einen Traum, der vor 31 Jahren in Sasbach
und Wyhl geträumt wurde. In Sasbach am Kaiserstuhl liegen wichtige Wurzeln
des heutigen Solar- und Windbooms. Im Sommer 1976 war die Zeit reif für
diese neuen Ideen.
Die "Kinder" der Sasbacher Sonnentage sind groß,
eigenständig und lebenstüchtig geworden, der BUND kann sich um andere,
aktuelle Themen kümmern.
In Sachen Mensch, Natur, Umwelt, Atomgefahren, Klimaschutz und
echter Nachhaltigkeit gibt es auch in Zukunft genug zu tun.
Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer in Freiburg (der
Autor war als junger Umweltschützer bei den Sasbacher Sonnentagen aktiv)
BUND Regionalverband Wilhelmstr. 24a 79098 Freiburg
Bund für Umwelt und Naturschutz
0761/30383 bund.freiburg@bund.net www.bund-freiburg.de
bearbeitet by bi, 2007-06-18
|