AKTUELLES

Blockaden und Provokationen

aus: Ober-Österreichische Nachrichten, 2007-05-19

Tschechiens Außenminister Karl Schwarzenberg bedachte Anti-Atom-Aktivisten, die Grenzen blockieren, in tschechischen Medien mit dem Wort "magor", was übersetzt "Narr" oder "Trottel" bedeutet. Die außenpolitische Sprecherin der österreichischen Grünen, Ulrike Lunacek, verlangte von Schwarzenberg eine Entschuldigung, Landeshauptmann Josef Pühringer meinte, Schwarzenbergs Weg sei "nicht der, der zum Ziel führt". Er werde im Juni auch mit Umweltlandesrat Rudi Anschober (Grüne) zu einem Treffen mit der Prager Regierung fahren, "und darauf hinweisen, dass Provokationen das Problem nicht lösen".

In der Frage der Grenzblockaden gibt es allerdings auch Differenzen zwischen Aktivisten und der Landespolitik. Am 30. Mai wird wieder ein "Atomgipfel" von Parteien und Atomgegnern stattfinden. Letztere wollen der Bundesregierung nur vier Wochen Zeit zur Einbringung der Völkerrechtsklage gegen Tschechien geben, andernfalls alle Grenzübergänge blockieren. Pühringer appellierte für "Abwarten". "Die Bundesregierung hat klargelegt, der Melker Prozess ist nicht erfüllt, das ist von entscheidender Bedeutung", sagt Pühringer. Tschechien müsse jetzt "danach handeln". Seine Haltung zu weiteren Grenzblockaden werde davon abhängen. "was bis zum Atomgipfel erreicht wird", sagt Anschober. Es liege jetzt an VP und SP, bei "ihren" Regierungsmitgliedern Druck für die Klage zu machen.

Weisungen des Landes an die Bezirkshauptmannschaften, wie mit der Genehmigung von Blockaden umzugehen sei, könne es jedenfalls nicht geben, sagt Pühringer.

http://www.nachrichten.at

bearbeitet by bi, 2007-05-19

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