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Tschechische NGOs verlangen von Prag die Umsetzung der Verpflichtungen aus dem Melker Abkommen

Reaktion auf die Antwort der tschechischen Regierung an Österreich betreffend der Erfüllung des Melker Abkommens

Pressemitteilung der Vereinigungen Südböhmische Mütter, Calla und Duha , 2007-06-21

Die ökologischen Vereinigungen Südböhmische Mütter, Calla und Duha stimmen nicht der Antwort der tschechischen Regierung an die österreichische Note betreffend der Nichterfüllung des bilateralen Melker Abkommens zu, in der unter anderem steht, dass: "das Melker Abkommen durch die tschechische Seite eingehalten wird".

Nach Meinung der Organisationen werden nicht alle Verpflichtungen aus dem Melker Abkommen erfüllt. Für die grundsätzlichsten Mängel kann man die immer noch nicht durchgeführte Trennung der hochenergetischen Leitungen halten, die sich knapp beieinander im Containment auf der Ebene 28,8 Meter befinden. Im Falle eines Bruches einer Leitung droht, dass es zur Beschädigung der weiteren Leitungen kommt, was wiederum eine Unterbrechung der Reaktorkühlung und dadurch einen schwere Unfall verursachen kann. Das zweite schwerwiegende Problem ist die nicht ausreichend bewiesene Zuverlässlichkeit der Sicherheitsventile.

"Die Tschechische Republik muss ohne Rücksicht auf die österreichischen Aktivitäten im Sinne der eigenen Bevölkerung den Betreiber des AKW Temelin zur Einhaltung dieser strengsten Sicherheitsanforderungen zwingen. Dazu wird es unausweichlich sein, das Staatsamt für Kernsicherheit (SUJB) in ein wirklich unabhängiges Aufsichtsorgan umzuwandeln, das die Interessen der Bürger verteidigt, und nicht die Interessen der Atomindustrie," sagt Monika Machova-Wittingerova von der Vereinigung Südböhmische Mütter.

"Die Antwort der tschechischen Regierung auf die Diplomatische Note aus Wien ist für uns keine Überraschung. Schon zu Beginn des Melker Prozesses im Jahr 2000/2001 war klar, dass es für die tschechischen Politiker nur eine Art darstellte, wie die Gegner des Atomkraftwerkes Temelin zu besänftigen sind, inklusive der österreichischen Regierung. Und nun sieht es so aus, dass die derzeitige tschechische Regierung damit fortsetzt," teilte Martin Sedlak von der Bewegung Duha mit.

"Abkommen, ohne Rücksicht darauf, ob sie rechtlich eintreibbar sind oder nicht, sollten in einer anständigen Gesellschaft erfüllt werden. Die Erfüllung des Melker Abkommen würde außerdem zu einer höheren Sicherheit des AKW Temelin beitragen," ergänzte Edvard Sequens von der Vereinigung Calla.

Weitere Informationen:
Ing. Monika Machova-Wittingerova, Vereinigung Südböhmische Mütter, Tel: 0042 0 603 516 603
Ing. Edvard Sequens, Calla, Tel: 0042 0 602 282 399
Martin Sedlák, Bewegung DUHA, Tel: 0042 0 737 128 471

bearbeitet by bi, 2007-06-21

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