AKTUELLES

Grenzblockade mit Steigerungen

Gestern blockierten Atomgegner zwei Grenzübergänge, nächste Woche sollen es drei sein.

aus: Ober-Österreichische Nachrichten, 2007-02-22

Auch wenn es nur an die 40 Atomgegner waren, die gestern eine Stunde lang in Wullowitz und Weigetschlag die Grenzübergänge nach Tschechien blockierten: Ärger in Prag lösten sie allemal aus. Schon Dienstagabend gab sich das tschechische Außenministerium enttäuscht "über diese Verletzung des gegenseitigen Vertrauens" im tschechisch-österreichischen Sicherheits-Dialog. Dass die oberösterreichischen Behörden die Blockaden wiederholt genehmigen, schaffe möglicherweise unrealistische Erwartungen bezüglich der weiteren Vorgehensweise in punkto Temelin, so die tschechische Kritik.

Die Grenzblockaden der Atomgegner richten sich nicht nur an Prag, sondern auch an Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (SP): Er müsse sein Versprechen aus dem Wahlkampf halten und wegen Temelin Völkerrechtsklage einbringen, so die Atomgegner. Eine gute Gelegenheit, die tschechische Regierung darüber zu informieren, böte Gusenbauers Staatsbesuch in Prag am 27. Februar, sagen die Anti-Atom-Aktivisten - verbunden mit der Drohung, dass sie andernfalls am kommenden Mittwoch drei Grenzübergänge blockieren wollen.

Verständnis für die Grenzblockaden zeigten gestern Grüne, FP und das BZÖ. Der Wirtschaftsbund Oberösterreich hingegen appellierte im Namen von Landesobmann Christoph Leitl an die Atomgegner, Blockaden hintanzuhalten. Die Aktivisten sollten "lösungs- statt konfliktorientiert" vorgehen.

http://www.nachrichten.at

bearbeitet by bi, 2007-02-22

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