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Temelin-Vertrag für Prag unverbindlich

aus: Ober-Österreichische Nachrichten, 2007-04-28

PRAG/LINZ. Die tschechische Regierung setzt die Verunsicherung über das Temelin-Abkommen fort. Gestern wurde erstmals offiziell bestritten, dass das "Melker Abkommen" ein völkerrechtlich verbindlicher Vertrag sei.

Einen Tag zuvor hieß es noch, die Regierung habe beschlossen, den "Melker Prozess" über Temelin beenden zu wollen. Gestern wurde die "Korrektur" auf der tschechischen Regierungs-Homepage veröffentlicht: Der Melker Prozess sei kein völkerrechtliches Abkommen, deshalb sei es gar nicht möglich, ihn zu beenden, "weder einseitig noch in beiderseitigem Einvernehmen".

Eine völlig neue Entwicklung, erklärt Oberösterreichs Atombeauftragter Radko Pavlovec: "Das erklärt, warum Tschechien keine Bemühungen zur Erfüllung des Abkommens setzt und sich auch mit dem österreichischen Expetenbericht nicht befasst". Mit der Festlegung, es handle sich um keinen völkerrechtlich verbindlichen Vertrag, könne sich die Prager Regierung auf den Standpunkt zurückziehen, die österreichischen Forderungen gar nicht erfüllen zu müssen.

"Der Versuch, das Abkommen für unverbindlch zu erklären, ist ein einseitiger Versuch, sich aus der Melk-Vereinbarung herauszuwinden", reagierte Landeshauptmann Josef Pühringer (VP) erbost: "Offenbar versucht Tschechien die Zahl der Pannen durch die Zahl der Provokationen zu übertreffen". Umweltlandesrat Rudi Anschober (Grüne) verlangt von der Bundesregierung, in einer diplomatischen Note "Klärung" zu verlangen, sonst würde die gesamte Anti-Temelin-Politik nichtig.

Atomgegner blockierten gestern zeitweise zehn Grenzübergänge, eine weitere "örtliche und zeitliche Ausweitung" wurde bereits angekündigt. (bock)

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bearbeitet by bi, 2007-04-28

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