Brand auf Gelände des
Atomkraftwerks Krümmel
per email, 2007-06-28
Hamburg (AP) Das Atomkraftwerk Krümmel bei Hamburg ist am Donnerstag nach
dem Brand eines Trafohäuschens abgeschaltet worden. Radioaktive Strahlung
wurde nicht frei, wie ein Sprecher des zuständigen Kieler
Gesundheitsministeriums mitteilte. "Niemand wurde verletzt, es gab keine
Gefahr für die Umwelt", sagte Sprecher Oliver Breuer. Dennoch sei der
Reaktor vorsorglich abgeschaltet worden.
Die Brand-Meldung ging nach Angaben eines Sprechers der
Polizei in Ratzeburg um 15.09 Uhr ein. Kurz vor 17.00 Uhr teilte ein Vertreter
der Feuerwehr in Geesthacht mit, der Brand sei gelöscht. Die Rettungskräfte
seien mit zehn Fahrzeugen angerückt. Nach Angaben des Ministeriumssprechers
war Kühlflüssigkeit in Brand geraten.
Das Kernkraftwerk Krümmel liegt etwa 30 Kilometer südöstlich
von Hamburg an der Elbe im Ortsteil Krümmel der Stadt Geesthacht in
Schleswig-Holstein. Nach knapp zehn Jahren Bauzeit erfolgte 1983 die erste
Kernspaltung. Der Siedewasserreaktor mit einer Leistung von 1.346 Megawatt
produziert jährlich 10,5 Milliarden Kilowattstunden Strom und liefert damit
etwa 30 Prozent der insgesamt in Schleswig-Holstein erzeugten Strommenge, wie
Betreiber Vattenfall mitteilte.
Nach dem Jahresbericht des Bundesumweltministeriums hat es
2006 in Krümmel die meisten "meldepflichtige Ereignisse" - nämlich
15 - gegeben. Meldepflichtig sind auch schon kleine Zwischenfälle wie der
zeitweilige Ausfall von Pumpen oder Stromsystemen.
Immer wieder wurde über einen möglichen Zusammenhang
zwischen dem Atomkraftwerk der in der Umgebung von Geesthacht festgestellten Häufung
von Leukämie-Erkrankungen diskutiert. Mehrere wissenschaftliche Studien
konnten bisher nicht den Nachweis für einen Zusammenhang erbringen.
Die Grünen haben den Brand als Beleg für die Risiken
der Technologie gewertet und umfassende Aufklärung gefordert. "Der
Vorfall darf nicht heruntergespielt werden", erklärte Parteichef
Reinhard Bütikofer in Berlin.
bearbeitet by bi, 2007-06-28
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