Fessenheim, Beznau, Mühleberg:
Mangelhafte Sicherheit nach 30 Jahren Betrieb bestätigt
Pressemitteilung Trinationaler
Atomschutzverband TRAS, 2007-06-29
Nachdem ein Brand im AKW Krümmel und ein Störfall im
AKW Brunsbüttel wieder einmal die Sicherheit deutscher
Atomanlagen aufgezeigt hat, machen auch die altersschwachen Französischen
und Schweizer Atomkraftwerke Fessenheim, Mühleberg und Beznau wieder von
sich reden.
- Bei aktuellen Untersuchungen wurden im zentralen
Sicherheitsbereich des AKW Fessenheim gravierende Mängel festgestellt. Die
Aufhängung des für die AKW Sicherheit absolut wichtigen Kühlkreislaufes
muss dringend repariert und abgeändert werden, denn sie garantiert nicht in
allen Fällen die Kühlung und Sicherheit des Reaktors.
- Gemäss einem Bericht der Neuen Zürcher Zeitung
gibt die Schweizer Aufsichtsbehörde zu, dass die Atomkraftwerke Mühleberg
(bei Bern) und Beznau (nahe der deutschen Grenze) die Erfordernisse betreffend
Erdbebensicherheit nicht erfüllen.
Diese Mängel, die seit der Inbetriebnahme dieser
Atomkraftwerke bestehen, also seit über 30 Jahren, wurden jetzt erst
offengelegt. Damit erweisen sich die grossspurigen Erklärungen der
Betreiber, der Aufsichtsbehörden und der verantwortlichen Regierungen, man
habe die Sicherheit ab und zu gründlich kontrolliert, als Täuschung.
Wie gründlich die vergangenen Untersuchungen waren,
zeigen die aktuellen Befunde. Bei einem Erdbeben (Fessenheim liegt im seismisch
aktiven Oberrheingraben) könnten die jetzt bekannt gewordenen Mängel
zu einem verheerenden Unfall führen.
Das gleiche gilt für die Schweizer Atomkraftwerke. Die
Untersuchungen, die in den Jahren 2000 bis 2004 stattgefunden haben, wurden erst
jetzt der Öffentlichkeit geschickt kommuniziert, und dies in
einer Art und Weise, die keine Gelegenheit für Rückfragen bietet und
wichtige Fragen offen lässt.
Die "Definitionsmacht" über technische Probleme
und Unfälle haben also immer die Betreiber.
Wir müssen davon ausgehen, dass alle Störfallmeldungen
durch die Werbeabteilung der französischen EDF gehen oder von der schweizer
HSK "glattgebügelt" werden. Es gibt ein massives ökonomisches
und politisches Interesse der Atomkonzerne und Behörden, solche Probleme
herunterzuspielen. Was wir erfahren und dann bewerten müssen ist vermutlich
immer nur die Spitze des Eisberges.
Die Vizepräsidenten:
Axel Mayer und Rudolf Rechsteiner
Rückfragen:
Rudolf Rechsteiner 079 785 71 82
Axel Mayer 0761/30393
bearbeitet by bi, 2007-06-29
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