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Greenpeace: Brand in Krümmel ist Signal für Atomausstieg

per email, 2007-06-29

Hamburg (dpa) - Der Brand im Atomkraftwerk Krümmel zeigt nach Ansicht von Greenpeace "wieder einmal ganz deutlich, wie gefährlich Kernenergie ist". Deutschland müsse so schnell wie möglich aus der Atomkraft aussteigen und die alten Reaktoren zuerst abschalten.

Das sagte Greenpeace-Atomexperte Thomas Breuer am Freitag in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Der Siedewasserreaktor Krümmel sei besonders störanfällig. Das belegten rund 300 meldepflichtige Zwischenfälle seit der Inbetriebnahme 1983.

Zum einen sei ein Atomkraftwerk grundsätzlich eine äußerst komplexe, hochkomplizierte Anlage. "Krümmel ist dazu ein altes Werk, die Materialen sind durch die Belastung schlechter geworden", betonte Breuer. So habe die amerikanische Atomaufsicht festgestellt, dass es in alten Anlagen vermehrt zu Kurzschlüssen und Bränden komme. Trotzdem sei die Reaktorleistung in Krümmel 2006 noch erhöht worden. "Möglicherweise gibt es einen Zusammenhang zwischen der Leistungssteigerung und dem Brand", mutmaßte der Greenpeace-Experte.

Brände im elektrischen Bereich von Atomkraftwerken seien immer ein großes Risiko. So könne sich ein Brand über die Kabel in den nuklearen Bereich fortpflanzen. "Die Reaktorsteuerung kann ausfallen, damit auch die Notkühlsysteme", erläuterte Breuer. Wenn man so etwas nicht in den Griff bekomme, drohe eine Kernschmelze "und damit die Ausbreitung von Radioaktivität". Die Störfälle in Krümmel und Brunsbüttel seien ein klares Signal an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), "dass sie beim Energiegipfel am Dienstag in Berlin Weichen hin zu einer nachhaltigen Energiewirtschaft ohne Atom und Kohle stellt", sagte der Atomexperte.

bearbeitet by bi, 2007-06-29

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