GAU-Ratgeber

Trotz aller Beschwichtigungen seitens der Betreiber von Atomkraftwerken und der verantwortlichen Politiker kann es in einem Atomkraftwerk (auch in Deutschland) zu einem sog. GAU (Größer Anzunehmender Unfall) kommen.

Greenpeace hat daher dankenswerter Weise einen kleinen GAU-Ratgeber zusammengestellt. Alle Bildtexte stammen aus Broschüren der Atomkraftwerke Krümmel, Emsland, Biblis, Philippsburg und Grohnde, die Bilder von Mutabor.

Richtiges Verhalten bei einer radiologischen Notfallsituation

Größer anzunehmender Unfall im benachbarten AKW

Das Kernkraftwerk gibt bei normalem Betrieb nur geringe Strahlung ab.

Bei einem Unfall können radioaktive Stoffe auch in größerer Menge in die Umwelt gelangen.

Die radioaktiven Stoffe werden als Gase oder Aerosole mit dem Wind fortgetragen.

Die Stoffe lagern sich auf Gebäuden, Boden und Pflanzen ab und bleiben dort erhalten.

Achten Sie auf Informationen und Durchsagen

Ein einminütiger Heulton bedeutet: Rundfunk einschalten und auf Durchsagen achten.

Zur örtlich begrenzten Warnung werden Lautsprecherwagen der Polizei eingesetzt.

Meldungen erfolgen im Fernsehen, insbesondere über die Sender der ARD und ZDF.

Lassen sie Ihr Radiogerät auf Empfang, auch wenn Sie nicht laufend Warnmeldungen hören.

So sollten Sie sich zu Hause verhalten

Der Verbleib in den Häusern bietet gegen die Strahlung einen beträchtlichen Schutz.

Legen Sie die Oberbekleidung ab, damit daran haftende Stoffe nicht ins Haus gelangen.

Waschen Sie alle unbedeckten Körperflächen mit fließendem Wasser ab - erst dann duschen.

Suche sie möglichst geeignete Keller oder eher innenliegende Räume auf.

So verlassen Sie das Unfallgebiet

Packen Sie ein Notgepäck mit den Dingen, die Sie für zwei bis drei Tage benötigen.

Welche Wege sich zu einer Evakuierung eignen, liegt an der Windrichtung.

Fahren Sie bitte bei einer Evakuierung auf den dafür vorgesehenen Straßen.

Die Katastrophenschutzbehörden werden für Fahrgelegenheiten mit Bussen sorgen.

Weitere wichtige Hinweise

Können Sie nicht zu einer Sammelstelle gehen, zeigen Sie dieses durch ein weißes Tuch an.

Für eine spätere Notversorgung kennzeichnen Sie die Räume mit Tieren durch ein T.

Weisen Sie den anrückenden Hilfskräften den Weg.

Kinder werden mit ihren Lehrern zusammen in Sicherheit gebracht.

Achten Sie auf die richtige Wahl der Nahrungsmittel

Obst und Gemüse dürfen Sie jetzt nicht ernten. Deshalb Vorräte anlegen.

Sie können Jodtabletten bei den in Ihrer Gemeinde eingerichteten Ausgabestellen abholen.

Jodtabletten verhindern, dass sich im Körper radioaktives Jod sammelt.

Personen über 45 Jahren wird aufgrund ihres Alters von der Einnahme abgeraten.

Treffen Sie Vorsorge

Schneiden Sie sich dieses Merkblatt aus.

Vervielfältigen und verteilen Sie es an alle Mitbewohner in Ihrem Haus.

Sie sollten diesen Ratgeber dort aufbewahren, wo Sie ihn bei Bedarf schnell finden können.

Wer sich bis hierher durchgekämpft hat, wird die Unsinnigkeit dieser amtlichen Verordnungen erkannt haben und sich besser gemeinsam mit uns für den Ausstieg aus der Atomkraft engagieren.

bearbeitet by uwe, 2001-01-29

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