WAAhnsinns-FestivalIm Sommer fand dann das spektakuläre Anti-WAAhnsinns-Festival in Burglengenfeld statt.. Vor mehr als 120 000 Besuchern spielten neben Udo Lindenberg, Herbert Grönemeyer, BAP und Wolfgang Ambros fast alle Größen der deutschen und österreichischen Pop-Musik und machten so deutlich Front gegen den Bau der WAA Wackersdorf. |
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Einreiseverbot für ÖsterreicherIn der Zwischenzeit hatte auch Österreich gegen die WAA Wackersdorf mobil gemacht. In Bussen und Sonderzügen kamen östereichische Atomkraftgegner in die Oberpfalz, um ihren Protest auszudrücken. Auf Anweisung des bayerischen Innenministeriums wurden Österreicher, die an Protestveranstaltungen teilnehmen wollten, an der Grenze abgewiesen und durften nicht mehr nach Bayern einreisen. |
Die BerlinerBei den Aktionstagen 1987 kam es zu den schwersten Ausschreitungen des gesamten Widerstandes von Seiten der Polizei. Trotz eines Verbotes marschierten 30 000 WAA-Gegner am 10. Oktober zum Bauzaun. Vor dem Zaun, der schon längst festungsartig ausgebaut war, mit betoniertem Wassergraben, meterhohem massivem Stahlzaun mit aufgesetzter Stacheldrahtkrone, prügelte dann eine Sondereinheit der Berliner Polizei auf alles ein, was sie erwischen konnte: Alte und junge Menschen, Bundestagsabgeordnete, Pressevertreter - und das, obwohl alles völlig friedlich und gewaltfrei abgelaufen war. Alle Anzeigen gegen diese Polizisten wurden ohne Anklage eingestellt. |
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Wackersdorf ist überallNicht nur in Wackersdorf und Schwandorf selbst wurden Informations- und Protestveranstaltungen durchgeführt, an jedem Ort der Oberpfalz und in Tausenden von Gemeinden und Städten von Aurich bis Wien wurde Wackersdorf zum Thema gemacht. Mehrere Großdemonstrationen in München und Regensburg machten ebenso auf die Problematik WAA aufmerksam, wie Hunderte von Leserbriefen und Postkartenaktionen. Kirchliche Gruppen stellten die Schöpfung in den Mittelpunkt ihres Widerstandes und motivierten Ihresgleichen. Ein Kreuzweg von Wackersdorf nach Gorleben über die verschiedensten Atomstandorte zeigte die Verknüpfung auf. Die Vielfalt der verschiedensten Aktionen, die Unermüdlichkeit der Aktiven und meinungsbildenden Veranstaltungen waren die Stärke des Widerstands und machten ihn so unberechenbar. |
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881 000 EinwendungenSo wichtig der Widerstand in seiner vielfältigen Art war, so wenig darf die juristische Auseinandersetzung vergessen werden. Die vielen Klagen vor allen möglichen Instanzen und die beiden Erörterungstermine fügten dem Gegner" entscheidende Schläge zu, zeigten deutlich die Schwachstellen der Anlage auf und brachten Wackersdorf immer wieder in die Schlagzeilen. Vor allem immer dann, wenn so bekannte Persönlichkeiten wie Carl-Friedrich von Weizsäcker oder die österreichische Umweltministerin Flemming oder Robert Jungk beim zweiten Erörterungstermin in Neunburg vorm Wald den Vertretern der bayerischen Staatsregierung und der DWK ihre Bedenken kundtaten. Mehr als 881 000 Einwendungen hatte es noch nie gegen ein Projekt gegeben und sie waren wohl auch mitverantwortlich, daß das Projekt Wackersdorf letztendlich aufgegeben wurde.Das Gespenst der atomaren Verseuchung ist noch einmal an der Oberpfalz vorbeigegangen ! |
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